Berg, Alban

Österreich
1885
1935

Berg wurde in Wien geboren und verbrachte dort den größten Teil seines Lebens. Ab 1910 verbrachte er Sommerurlaube im Haus seiner Schwiegereltern, der Familie Nahowski, in der später nach ihm benannten Alban-Berg-Villa in Trahütten. Dort entstand eine Reihe seiner Werke. Vielseitig begabt, schien er als Kind mehr an Literatur als an Musik interessiert zu sein. Mit fünfzehn begann er als Autodidakt zu komponieren, ohne eine formale musikalische Ausbildung genossen zu haben. Als der 10 Jahre ältere Arnold Schönberg, der schon zu der Zeit ein maßgeblicher Vertreter der musikalischen Moderne war, Kompositionskurse für den Oktober 1904 ankündigte, wurden ihm von Bergs älterem Bruder Charley heimlich einige Lieder Albans vorgelegt. Schönberg bemerkte sofort die außerordentliche musikalische Begabung des jungen Mannes, in dessen Liedern er „eine überströmende Wärme des Fühlens“ erkannte – ein Merkmal, das auch alle weiteren Kompositionen Alban Bergs auszeichnen sollte. Berg wurde zusammen mit dem zwei Jahre älteren Anton Webern als Privatschüler aufgenommen und studierte insgesamt sechs Jahre bei Schönberg. Der Einfluss des Älteren war immens. Berg bewunderte Schönberg nicht nur als Komponisten und Lehrer. Einige Biographen meinen zu wissen, dass er in ihm auch einen Ersatzvater fand, dem er über die Studienzeit hinaus sein Leben lang in enger Freundschaft verbunden blieb (sein eigener Vater war gestorben, als Berg fünfzehn war).

Während seiner ersten zwei Jahre mit Schönberg arbeitete Berg noch als Beamter (Rechnungspraktikant), aber von 1906 an konnte er sich ganz der Musik widmen. 1907 wurden seine ersten Werke öffentlich aufgeführt: Drei der Sieben frühen Lieder wurden bei einem Konzert mit Musik von Schönbergschülern in Wien aufgeführt.

Als 17-jähriger verliebte sich Alban Berg in das Küchenmädchen Marie Scheuchl. Am 4. Dezember 1902 brachte Marie Scheuchl seine uneheliche Tochter Albine zur Welt, zu deren Vaterschaft sich Alban Berg am 8. Dezember 1903 bekannte. Albine Manninger, geborene Scheuchl litt bis zu ihrem Tod im Jahre 1954 darunter, vom Leben ihres Vaters ausgeschlossen geblieben zu sein.

Am 3. Mai 1911 heiratete Berg Helene Nahowski, entgegen dem Wunsch ihrer Familie. Das erste Treffen zwischen dem Komponisten und der Sängerin aus wohlhabendem Hause fand bereits 1906 statt.

Im Jahr 1913 hatten die Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg (op. 4) in Wien ihre Uraufführung. Dieses Stück führte zu einem Skandal, und die Aufführung musste abgebrochen werden. Erst 1952 wurde das Stück vollständig aufgeführt.
Von 1915 bis 1918 diente Berg in der österreichischen Armee. Schon 1915 begann er an seiner ersten Oper Wozzeck zu arbeiten, deren Textfassung er, in enger Anlehnung an Georg Büchners Drama Woyzeck, 1917 abschloss. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er nach Wien zurück und gab Musikunterricht. Außerdem unterstützte er Schönberg in der Leitung des Vereins für musikalische Privataufführungen.
Am Heiligen Abend 1935 erlag er einer Blutvergiftung. Nach den publizierten Erinnerungen von Soma Morgenstern war Alban Bergs früher Tod durch seine Frau Helene Berg verursacht, die ihrem Gatten aus Sparsamkeit ein Furunkel unfachmännisch aufgeschnitten und dadurch eine Blutvergiftung ausgelöst haben soll.

Er ruht in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Hietzinger Friedhof (Gruppe 49, Nummer 24 F). 1969 benannte man den Alban-Berg-Weg in Wien-Hietzing ihm zu Ehren. In Trahütten erinnert an ihn der Alban-Berg-Weg, an dem sich die Alban-Berg-Villa befindet. 1971 gründete sich das Alban Berg Quartett und gehörte bis 2008 zu den weltweit führenden Streichquartetten.